Entwicklung der Strompreise in Deutschland
Der BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft führt regelmäßig eine Strompreisanalyse in Deutschland durch. Die BDEW – Strompreisanalyse zeigt die aktuelle Entwicklung der Strompreise in Deutschland. Die Grafiken des BDEW sind nachstehend zur Information eingespielt. Darin wird die Preisentwicklung für Haushaltskunden sowie das Preisniveau für Industriekunden dargestellt und die enthaltenen Steuern, Abgaben und Umlagen detailliert beschrieben. Die dargestellten Preise bilden den Durchschnitt der verfügbaren Tarife für Strom für den jeweiligen Zeitraum ab.


Warum ist Strom in Deutschland so teuer?
Die Antwort auf dieses Frage könnte leicht mehrere Seiten füllen. Die Thematik ist kompliziert und vielschichtig. Trotzdem hier der Versuch einer einfachen Erklärung.
Erster Grund
Die Steuern, Abgaben und Umlagen ( s. obige Grafiken) sind im europäischen Vergleich in Deutschland relativ hoch.
Zweiter Grund
Die stark gestiegenen Gaspreise seitdem wir kein Gas mehr aus Russland beziehen. Denn Gaskraftwerke sind im Strommix extrem wichtig, um eine gleichbleibende Versorgung sicherzustellen. Und die teuerste Variante der Stromerzeugung bestimmt die Marktpreise im Stromhandel.
Deutschlands Strompreise im europäischen Vergleich
Land |
€ / kwh |
|---|---|
|
Belgien |
0,4350 |
|
Deutschland |
0,4125 |
|
Italien |
0,3782 |
|
Schweden |
0,2668 |
|
Österreich |
0,2653 |
|
Finnland |
0,2383 |
|
Frankreich |
0,2317 |
|
Portugal |
0,2071 |
|
Norwegen |
0,1919 |
|
Spanien |
0,1823 |
|
Polen |
0,1769 |
|
Türkei |
0,0842 |
Quelle: Eurostat 1.HJ 2023 – Haushalte – Steuern und Abgaben inklusive
Meine Sicht der Dinge
Der Vergleich der Strompreise für Industrie und Privathaushalte zeigt die Ungleichbehandlung beider Bereiche. Die Privathaushalte zahlen deutlich höhere Preise, damit die Industrie subventioniert werden kann. Das ist jedenfalls meine Interpretation der Zahlen.
Die Entwicklung der Strompreise in Deutschland ist nicht einheitlich in den beiden Bereichen. Während die Preise für die Industrie im Vergleich 2021 zu 2023 um 24% oder ca. 5ct/kwh gestiegen sind, müssen die Privathaushalte 44% höhere Preise zahlen. Das sind immerhin rund 14ct/kwh mehr. Das ist heftig.
Die Einführung eines Brückenstrompreises für die Industrie, wie von Herrn Habeck vorgeschlagen, würde die Differenzen weiter vergrößern und die Privathaushalte eindeutig benachteiligen.