Europa sollte endlich aufwachen
Donald Trump hat wieder einmal seine Unzuverlässigkeit als Verbündeter Europas unter Beweis gestellt. Neue, zusätzliche Sonderzölle für einige europäische Länder sollen ab Februar 2026 verhängt werden. Dieser Anlass sollte Europa endlich aufwachen lassen.
Kurz zum Hintergrund.
Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Finnland, Norwegen, Schweden und die Niederlande wollten Dänemark in der Grönlandfrage unterstützen. Eine gemeinsame militärische Erkundungsmission auf Grönland sollte die Bereitschaft dieser Länder deutlich machen, Dänemark in der Frage der militärischen Sicherung Grönlands zu unterstützen. Etwas, was Donald Trump Dänemark allein nicht zutraut und u.a. damit seine Übernahmepläne für Grönland begründet.
Europa sollte endlich aufwachen
Die USA haben schon immer in erster Linie ihre eigenen Interessen verfolgt. In der Vergangenheit haben sie dabei noch auf Verbündete in der westlichen Welt und auf freien Welthandel gesetzt. Das hat sich in den letzten Jahren verändert. Insbesondere unter Donald Trump hat die „America first“ – Politik eine neue Dynamik entwickelt. Die USA steigen aus Handelsabkommen und Institutionen für den freien Welthandel aus. Stattdessen schotten sie ihren Markt mit Zöllen für andere Länder ab. Verbündete in aller Welt, insbesondere in Europa, verlieren an Bedeutung für die USA. Man kann den Eindruck gewinnen, dass die USA der Überzeugung sind, alleine besser zurecht zukommen als mit Verbündeten.
„Das Einzige, was schlimmer ist, als mit Verbündeten zu arbeiten, ist der Versuch, ohne sie zu überleben.“
Winston Churchill
Diese Einschätzung von Winston Churchill kennt Donald Trump vermutlich nicht oder wenn doch, ist er anderer Meinung. Die USA sind stark, wirtschaftlich und militärisch. Aber sind sie so stark, um auch ohne Verbündete überleben zu können?
Auf jeden Fall sollte Europa jetzt endlich aufwachen. Wir sind viel besser als wir Europäer es selbst glauben. Wir sollten uns endlich unserer Stärken bewusst werden und unsere Selbstunterschätzung aufgeben. Als Wirtschaftsraum sind wir eine Macht in der Welt, wirkmächtiger als die USA. Mehr Selbstvertrauen im Auftreten gegenüber Donald Trump ist das Gebot der Stunde. Gerade jetzt, nach diesem jüngsten Überschreiten einer roten Linie durch Donald Trump.
Hier ein paar Fakten
Meine Sicht der Dinge
Wir sollten uns in Europa unserer Stärken bewusst werden und dies in selbstbewusstes Auftreten umsetzen. Insbesondere Donald Trump versteht nur die Sprache eines starken Verhandlungspartners. Wir sollten unsere starken Positionen gegenüber den USA deutlich machen, wenn es darum geht die Zollandrohungen zurückzuweisen.
Konkret sollte das Europäische Parlament das Zollabkommen mit den USA in der nächsten Woche nicht ratifizieren sondern ablehnen. Begründung: Die USA sind ein unzuverlässiger Vertragspartner.
Als nächsten Schritt sollten wir die USA wissen lassen, dass wir unseren europäischen Markt auch gegen Produkte und Dienstleistungen (Stichwort: Magnificent 7) aus den USA durch Gegenzölle zu schützen bereit sind.
Im Energiebereich sollten wir die Abhängigkeit von den USA kurzfristig deutlich reduzieren und bei anderen Ländern, mit Priorität auf europäische Partner, Energie einkaufen.
Langfristig sollten wir neue Initiativen starten, Russland in den europäischen Verbund einzubinden. Vorbild sollte die Politik von Willy Brandt aus den 60er-Jahren sein „Wandel durch Annäherung“. Damit ließe sich aus meiner Sicht auch der Krieg in der Ukraine beenden. Denn hier ist Donald Trump gescheitert. Das wäre ein schmerzhafter „Touch Down“ gegen das Team von Donald Trump.