Parkregelung sorgt für Widerstand

Ursachen für die hohen Parkgebühren in Bad Kreuznach

Die neue Parkregelung, die ab 01.01.2026 in Bad Kreuznach gelten soll, sorgt aktuell für Widerstand bei den Bürgern. Die vom Stadtrat im Mai 2025 beschlossenen Maßnahmen stehen massiv in der Kritik. Die Verantwortlichen im Stadtrat und der Verwaltung lassen die notwendige Bürgernähe vermissen oder planloses Vorgehen bei der Umsetzung, Raubrittertum, lauten einige der Vorwürfe. Alle geäußerten Vorwürfe haben ihre Berechtigung, das steht für mich außer Frage. Doch wie lässt sich dieser Konflikt lösen?
Jede Konfliktlösung beginnt mit dem Aufarbeiten der Konfliktursachen. Also los, warum sorgt die neue Parkregelung jetzt für Widerstand.

Ursachen für die hohen Parkgebühren in Bad Kreuznach

Das ursächliche Problem sind die defizitären Bäder in Bad Kreuznach

Seit Jahren verursachen die Bäder in Bad Kreuznach hohe Defizite im Stadthaushalt. In 2024 soll das Defizit deutlich mehr als zwei Millionen Euro betragen haben. Damals schon wurde eine Schließung der Bäder vom damaligen Geschäftsführer der BGK empfohlen. Wegen der hohen Bedeutung der Bäder für den Tourismus in der Stadt ist die Stadt seinerzeit diesem Vorschlag nicht gefolgt und hat sich für den Weiterbetrieb der Bäder entscheiden.
Das finanzielle Problem blieb allerdings bestehen. Als Ausweg aus diesem Dilemma wurde der Vorschlag vom damaligen Geschäftsführer der BGK, Christoph Nath, aufgegriffen. Die Parkgebühren sollten erhöht werden und die Parkraumbewirtschaftung ausgeweitet werden. Beide Maßnahmen sollten soviel zusätzliches Geld in die Kasse der BGK spülen, um damit das Defizit der Bäder auszugleichen. Das wurde vom Stadtrat im Mai 2025 beschlossen.

Die Entscheidung des Stadtrates war ein schwerwiegender, grundlegender Fehler. Er markiert den Beginn des aktuellen Konfliktes mit den Bewohnern dieser Stadt, der schon damals vorhersehbar war.

Drei Gründe, warum die Entscheidung des Stadtrates falsch war

#1 Das Problem sind die Bäder

Seit Jahren werden die Bäder nicht profitabel betrieben. Dadurch entsteht jedes Jahr ein gigantisches Defizit, welches die Stadt als hundertprozentiger Eigner der Bäder ausgleichen muss. Um das Problem zu lösen, muss doch beim Problem angesetzt werden. Durch Ersatzmaßnahmen wird das eigentliche Problem nicht gelöst.

#2 Die Organisationsstruktur wurde nicht angepasst

Ein Blick auf die Organisationsstruktur der städtischen Gesellschaften in diesem Bereich verdeutlicht die Situation.

Die neue Parkregelung in Bad Kreuznach sorgt für Widerstand

Schon seit vielen Jahren ist Klaus-Dieter Dreesbach für den Betrieb der Bäder verantwortlich. Auch schon als Christoph Nath noch Geschäftsführer der BGK und der Stadtwerke war. Seit dem Abgang von Christoph Nath ist Herr Dreesbach nun auch für BGK und die Stadtwerke als Geschäftsführer verantwortlich. Kontrolliert wird er durch den Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Bürgermeister Thomas Blechschmidt ist.
An dieser Organisationsstruktur hat die Stadt nichts verändert. Lediglich Herr Dreesbach hat durch den Abgang von Christoph Nath noch mehr Verantwortung übertragen bekommen.

Hier hätte die Stadt jedoch ansetzen müssen. Ich kenne die Qualifikationen von Herrn Dreesbach zu wenig, um zu beurteilen, wo seine Stärken und Schwächen liegen. Fakt ist allerdings, dass er es nicht geschafft hat, die Bäder so zu vermarkten, dass sie profitabel betrieben werden können. Herr Dreesbach sollte sich dringend kompetente Unterstützung für die Sanierung der Bäder ins Haus holen und die Geschäftsführung der Badgesellschaft an diese Person übergeben.

#3 Die Bürger nicht zum Prügelknaben machen

Die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung und im Stadtrat hätten niemals zustimmen dürfen, die Bürger von Bad Kreuznach für die eigene Unfähigkeit zur Problemlösung zahlen zu lassen. Das dies trotzdem geschehen ist, dokumentiert eindeutig die aktuelle Fehlbesetzung in Verwaltung und Politik. Verschärfend kommt hinzu, dass hier völlig willkürlich und kommunikativ hochgradig unprofessionell vorgegangen worden ist. Welchen Grund gibt es für die kurzfristige und ultimative Information der betroffenen Bürger? Warum fand im Vorfeld keine konzeptionelle Prüfung von Alternativen statt?
Wer so vorgeht, darf sich nicht wundern, wenn die neue Parkregelung für Widerstand bei den Bürgern sorgt.

Meine Sicht der Dinge

Die Bäder lassen sich profitabel beschreiben. Das zeigt ein Blick in die historischen Zahlen. Empfehlungen für Anpassungen, die sich wirtschaftlich positiv auswirken würden, gibt es von kompetenter Stelle ( GMF GmbH & Co. KG; München) ebenfalls. Mehr Informationen dazu gibt es hier.
Warum dies alles vom Stadtrat und der Stadtverwaltung ignoriert wird erschließt sich mir nicht. Das Bäderhaus, die Crucenia-Thermen und auch das Salinenbad sind hochattraktive Einrichtungen in Bad Kreuznach. Nach meinem Eindruck wird diese Attraktivität leider überhaupt nicht gewinnbringend vermarktet. Die richtigen Konzepte dürften hier eine deutliche Erhöhung der Besucherzahlen möglich machen. Das ist übrigens der Schlüssel für Profitabilität. Geöffnet sind die Einrichtungen sowieso, mehr Besucher während der Öffnungszeiten machen den Unterschied.

Die Stadt sollte die Entscheidung die Parkgebühren zu erhöhen und die Parkraumbewirtschaftung auszudehnen so schnell wie möglich aussetzen. Es ist nie zu spät einen Fehler zu korrigieren.
Dann sollte man sich in Stadtrat und Verwaltung auf die Sanierung der defizitären Bäder konzentrieren. Hier müssen neue kreative Köpfe eingesetzt werden, die in der Lage sind die Profitabilität der Bäder mit neuen Konzepten herzustellen.
Die Bürger über Parkgebühren zahlen zu lassen ist auf jeden Fall der falsche Weg.

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